Kapitel 1 Die Ziele der Webseite

Die Ziele der Webseite
Im ersten Schritt  geht es um die Ziele der Webseite. Das klingt eigentlich selbstverständlich, doch fragen Sie sich nicht auch manchmal, während Sie einer dieser vielen konfusen und verwirrenden Webseiten betrachten,  was soll jetzt diese Seite, was will sie mir sagen und verschwende ich hier nicht meine Zeit, um das herauszufinden? Ob bei der Planung dieser Seiten wirklich über ihre Ziele nachgedacht wurde? Vielleicht hatte der Entwickler nur eine tolle Designidee oder wollte ein neues Programm mit vielen Features ausprobieren, vielleicht musste schnell eine - me too - Seite her, da viele Mitbewerber auch einen neuen Internetauftritt haben? Wenn Sie nicht genau wissen, was Sie erreichen wollen, dann sieht man das ihrer Webseite auch an.


Also - fangen Sie an!
Sie stehen vor der Aufgabe für eine Firma, eine Organisation oder allein für sich selbst eine Webseite zu entwickeln und diese möglichst effektiv und schnell ins Internet zu stellen. Sie möchten, das alle Beteiligten des Webprojektes - oder wenn Sie alleine sind alle Ihre Ideen und Vorstellungen  -  sich in dem Projekt wieder finden und ihren Beitrag leisten. Aber Sie wollen vermeiden, dass jede Idee für sich die Entscheidungshoheit beansprucht, was auf der Seite dargestellt wird und so mehr Platz einnimmt als andere. Also, Sie brauchen einen Konsens, eine Zustimmung aller Beteiligten - aller Ideen -  über den Inhalt und Zweck der Seite, die Sie entwickeln wollen.

Die Aufgabe, die Ziele der Seite klar zu definieren, löst die Probleme, die aus einer Meinungsvielfalt entstehen können. Es wird eine klar formulierte und dokumentierte Vorstellung erarbeitet, die sicher stellt, das alle Beteiligten - alle Ideen - im Konsens zusammen finden und die Zielrichtung der Seite prägen. Der Gruppenkonsens entscheidet über Erfolg oder Misserfolg des Projekts!

Um das Projekt in Schwung zu bringen, sollten Sie zwei Dinge tun:
Erstens, bestimmen Sie, wer an dem Prozess der Zielfindung beteiligt ist. Bieten Sie die Seite Ihren Kunden an, dann sind natürlich die Entscheidungsträger des Projektes Ihre ersten Ansprechpartner. Vermitteln Sie diesen Damen und Herren das Gefühl, sie sind unmittelbar an dem Entscheidungsprozess beteiligt. Hören Sie aufmerksam zu, was für Ideen vorgetragen werden und regen Sie einen Gedankenaustausch, eine Diskussion an.
Zweitens, finden Sie heraus ob genügend Zeit vorhanden ist, eine formale Definition der Ziele vorzunehmen oder ob ein nicht formaler Prozess ausreicht.

Ein formaler Prozess bedeutet, dass Sie meetings einberufen müssen, dazu eine Agenda erstellen und Fragen ausarbeiten sollten. Das kann ein sehr zeitaufwändiger Vorgang werden, der Ihnen auch einiges an Projektmanagement-Erfahrung abverlangt.

In einem nicht formalen Prozess, sprechen Sie einzeln mit den Projektbeteiligten und notieren sich deren Ideen und Gedanken, fragen nach ihrer Meinung zu dem Projekt und welche Bedeutung es in ihren Augen hat. Wenn Sie wollen, schreiben Sie eine kurze Zusammenfassung der Argumente und bitten Sie noch einmal um eine Bestätigung.

Sind Sie gleichsam Entwickler und einziger Kunde Ihres Projektes, haben Sie die interessante Aufgabe in mehrere imaginäre Rollen zu schlüpfen ( z.B. Vertriebsleiter, Marketing Manager,  Personalvorstand, vergessen Sie den Praktikant aus dem Großraumbüro nicht, denken Sie an weitere Funktionsträger) und können so aus verschiedenen Blickwinkeln ein Brainstorming entwickeln.



Stellen Sie Fragen!

Für welche Vorgehensweise Sie sich auch entscheiden, formal oder nicht formal, Sie sollten eine Liste von Fragen formulieren, die Sie den Beteiligten für die Zielsetzung der Seite vorlegen.

Ein grundlegender Katalog an Fragen sollte Folgendes beinhalten:

Was ist die Philosophie(Mission) und die Absicht des Unternehmens, der Organisation?
Damit haben Sie auch schon die wichtigste Frage in Ihrer Liste. Gibt es einen Firmenprospekt, eine schriftliche Darstellung des Unternehmensinhaltes, eine offizielle Eintragung in ein Firmenregister oder einen Katalog, dann sollten Sie dessen habhaft werden. Versuchen Sie so viele Informationen und Literatur über die Organisation zu sammeln, wie möglich. Vielleicht finden Sie darin auch interessante Ideen, die nicht explizit im Unternehmensplan oder in anderen Broschuren erwähnt werden. Fragen Sie auch ob es denkbar ist, das sich die Firmenziele mit der Online-Publikation durch die geplante Webseite wandeln können.

Was sind die kurz- und langfristigen Ziele der Webseite?

Vermutlich werden Sie unterschiedliche Aussagen zu dieser Frage erhalten. Die Mehrzahl Ihrer Befragten werden noch nicht detailliert über langfristigen Zielvorstellungen nachgedacht haben, vielleicht besteht zunächst nur der dringende Wunsch möglichst schnell online zu gehen. Um Ihnen als Entwickler jedoch auf lange Sicht einiges an Kopfzerbrechen zu ersparen, wie Sie mit Ihren Ressourcen mit zukünftigen (Expansions-) Absichten Schritt halten können, empfiehlt es sich unbedingt nach Visionen, nach Zukunftsoptionen des Unternehmens zu fragen.

Wer ist die avisierte Zielgruppe, die Leserschaft der Webseite?
Viele Kunden haben diese Frage zunächst nicht im Sinn, steht doch die Verwirklichung der eigenen Ideen mit der Internetpräsenz im Vordergrund. Regen Sie an, die geplante Seite aus der Sicht der Leser zu betrachten. Welchen Nutzen haben die Leser von Ihrer Seite? Diesen Blickwinkel aus den Augen zu verlieren ist einer der häufigsten Fehler bei der Konzeption.

Warum besuchen Leser diese Seite?
Sollen Produkte beworben werden? Eine besondere Leistung herausgestellt werden? Was bringt die Leser dazu Ihre Seite das erste Mal aufzurufen? Werden die Leser wieder kommen?
Versuchen Sie weitere Fragen zu entwickeln, welche die beabsichtigten Zielvorstellungen klarer werden lassen.

Nach dem Sie eine Liste an Fragen zusammengestellt haben, holen Sie sich so viele Antworten wie möglich, notieren Sie jede Äußerung egal wie trivial oder schlicht sie sich anhören. Im nächsten Schritt können Sie dann eine Verfeinerung der Ihnen angetragenen Gedanken vornehmen.

 


Filtern, sortieren Sie die Antworten.

An diesem Punkt haben Sie jetzt eine stattliche Liste an Fragen, die Sie jedem stellen sollten, der an dem Projekt teilnimmt. Entweder haben Sie einen Fragebogen erarbeitet und in einem Meeting erläutert und verteilt oder Sie sind mit einem Notizblock in der Organisation in Büros oder Kantinen unterwegs gewesen - oder haben sich als Einzelkämpfer verschieden Hüte aufgesetzt und Ihre Phantasie strapaziert- Sie haben über kurz oder lang eine Menge an Antworten bekommen. Nun ist es Ihre Aufgabe, Ordnung in das Bündel von Antworten zu bekommen und diese zu sortieren und zu filtern. Sie wollen aus den Antworten, Ziele formulieren und herausstellen welche Ziele die Wichtigsten sind.

Zuerst filtern Sie die Antworten über die avisierte Zielgruppe heraus und legen Sie diese auf die Seite für eine spätere Betrachtung.
Versuchen Sie den übrigen Teil der Antworten als Ziele umzuformulieren. Machen Sie daraus eine Liste, wird es eine lange Liste, gruppieren Sie die Liste in Kategorien.
Legen Sie nun diese Liste mit denen von Ihnen umformulierten Ziele den Befragten noch einmal vor mit der Bitte ein Ranking, jedes Punktes und wenn vorhanden der Kategorie, nach Wichtigkeit vorzunehmen. Haben Sie Kategorien benutzt, fragen Sie nach Ideen für einen Namen der Kategorie.
Die bewerteten Ziele (Kategorien) der Liste übertragen Sie nun in eine übergeordnete „Master-Liste“. Das wird der schwierige Part des Vorgehens. Bewerten Sie die Rankings der Entscheidungsträger stärker als die ggf. vorherrschenden Tendenzen, doch nutzen Sie auch Ihr Einschätzungsvermögen. Manchmal hat ein Internet affiner Praktikant aus dem Großraumbüro eine interessantere Idee als ein Repräsentant des inneren Führungszirkels.

Mit der Master-Liste haben Sie nun eine klare Zielvorstellung erarbeitet. Ihre Webseite erfüllt eine Aufgabe, der Sinn des Projektes wird deutlich. Holen Sie sich die Zustimmung der Beteiligten, berufen Sie ein Meeting ein und stellen das Ergebnis vor. Halten Sie fest, dass alle Beteiligten zu den formulierten Zielen und Ihrer Sortierung nach Wichtigkeit, ihr Einverständnis geben.

 

Design Dokument Plan A
Nachdem Sie die Zustimmung aller Beteiligten zu der Zieldefinition bekommen haben, dokumentieren Sie die Ziele und veröffentlichen Sie diese als Kapitel 1 Ihres Design Plan A Dokuments. Wenn die Zeit es zulässt, schreiben Sie zu den wichtigsten Zielen eine kurze Inhaltsangabe.
Die Liste der Ziele ist die Basis, das erste Kapitel Ihres Dokuments Plan A, überlegen Sie sich eine Form dieser Dokumentation, das kann schriftlich als Printdokument erfolgen (empfohlen) oder z.B. in Form eines Blogs auf Ihrer Entwicklungsseite.

 

1. Die Ziele der Webseite:

1.1 Liste mit Rangfolge der Hauptziele, ggf. Kategorisierung der Unterziele,
1.2 kurze Zusammenfassung, Vereinbarung.

 

Glückwunsch, Sie haben das erste Kapitel dieses Tutorials abgeschlossen: Ziele der Webseite. Nun wissen Sie, was Sie mit Ihrer Webseite erreichen wollen!